Die Apostolische Nachfolge

von Martin Wolters

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Die Kirche während des Umbruches in Vietnam

 

Eine Sondersituation nimmt Vietnam im Kontext der katholischen Geheimhierarchie ein. Nachdem Hồ Chí Minh 1945 die Demokratische Republik Vietnam proklamiert hatte, stellte Frankreich im selben Jahr im Südteil seine Kolonialverwaltung wieder her. 1954 folgte die militärische Niederlage Frankreichs; das Land wurde längs des 17. Breitengrades in einen kommunistischen Nord- und einen prowestlichen Südstaat geteilt. 1964/1965 brach erneut der Krieg aus, in dessen Verlauf die Regierung des Nordens sukzessive den Süden eroberte, ehe dieser am 1. Mai 1975 kapitulierte und Vietnam von Hà Nội aus wiedervereinigt wurde.

Die Position der katholischen Kirche war vorbelastet durch deren starke französische Prägung. Als am 24. November 1960 die ordentliche Hierarchie errichtet wurde, waren unter den neunzehn amtierenden Bischöfen bereits siebzehn einheimische und nur noch zwei französische Priester; erst am 2. Oktober 1975 verließ mit Paul Léon Seitz, dem Bischof von Kontum im bisherigen Südvietnam, jedoch der letzte Missionar vorzeitig seinen Posten.

Obgleich die Diözesen auch im Norden im Regelfall ordentlich besetzt waren, sorgte sich der Hl. Stuhl um die Übergangsphase zum Ende des Krieges und nahm umfangreiche Ernennungen vor. Für die südlichen Kirchenprovinzen Huê und Sài Gòn wurden bereits 1974 drei Bischöfe bestellt, welche am 11. August 1974 durch Agnelo Kardinal Rossi konsekriert wurden:

01.07.1974        Phaolô Huỳnh Ðông Các, Bischof von Quy Nhơn

01.07.1974        Nicôla Huỳnh Văn Nghi, Weihbischof von Sài Gòn

01.07.1974        Ða Minh Nguyễn Văn Lãng, Bischof von Xuân Lộc

Zum Jahresbeginn 1975 trennte Rom innerhalb der Kirchenprovinz Sài Gòn sodann Phan Thiết als neue Diözese von Nha Trang ab und besetzte das vakante Bistum Ðà Lạt neu:

 

30.01.1975        Bartôlômêô Nguyễn Sơn Lâm, P. S. S., Bischof von Ðà Lạt

30.01.1975        Phaolô Nguyễn Văn Hòa, Bischof von Phan Thiết

 

Diese beiden Weihen sollten die vorerst letzten sein, welche im Süden Vietnames regulär vollzogen wurden. Bei fortschreitender Krisis erhielt ein Großteil der amtierenden Bischöfe sodann Vollmacht, einen Koadjutor auszuwählen und sofort zu weihen, um im Fall von kriegs- oder politisch bedingter Amtsunfähigkeit des jeweiligen Ordinarius die Kontinuität in der Bistumsleitung zu gewährleisten.

Ernennung                                                                                                        Weihe              

27.03.1975        Alexis Phạm Văn Lộc, Koadjutor von Kontum (Huê)                     Weihe am 27.03.

15.04.1975        Gioan Baotixita Bùi Tuần, Koadjutor von Long Xuyên (Sài Gòn)     Weihe am 30.04.

28.04.1975        Ðôminicô Maria Lê Hữu Cung, Bischof von Bùi Chu (Hà Nội)         Weihe am 29.06.

07.05.1975        Ða Minh Ðinh Huy Quảng, Weihbischof von Bắc Ninh (Hà Nội)

06.06.1975        Emmanuel Lê Phong Thuận, Koadjutor von Cần Thơ (Sài Gòn)      Weihe am 06.06.

06.06.1975        Phanxicô Xaviê Nguyễn Quang Sách, Koadjutor Ðà Nẵng (Huê)     Weihe am 06.06.

10.06.1975        Anrê Nguyễn Văn Nam, Koadjutor von Mỹ Tho (Sài Gòn)               Weihe am 10.06.

16.07.1975        Phaolô Maria Nguyễn Minh Nhật, Koadjutor Xuân Lộc (Sài Gòn)     Weihe am 16.07.

06.08.1975        Stêphanô Nguyễn Như Thế, Koadjutor von Huế                             Weihe am 07.09.

15.08.1975        Raphael Nguyễn Văn Diệp, Koadjutor von Vĩnh Long (Sài Gòn)       Weihe am 15.08.

 

Am 24. April 1975 waren Phaolô Nguyễn Văn Hòa als Bischof nach Nha Trang in der Kirchenprovinz Huê und dessen bisheriger Bischof Phanxicô Xaviê Nguyễn Văn Thuận als Koadjutor nach Sài Gòn versetzt worden. Von den zehn neuen Bischöfen waren acht für die südlichen Kirchenprovinzen bestimmt. Während der Koadjutor von Huê lange Jahre und der Koadjutor von Sài Gòn dauerhaft amtsbehindert waren, konnten die Übrigen ihre Tätigkeit in den Grenzen des damals Möglichen aufnehmen. Phanxicô Xaviê Nguyễn Văn Thuận wurde 1994 vom Hl. Johannes Paul II. von seinem Amt entbunden und übernahm 1998 die Präsidentschaft des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. 2001 wurde er mit dem Kardinalat geehrt, ehe er im Jahr darauf nach langer Krankheit im Ruf der Heiligkeit verstarb. Seine Seligsprechung befindet sich in der Vorbereitung.

 

1976 erhob sel. Paul VI. einen Bischof aus dem nördlichen Landesteil, den Erzbischof der Hauptstadt Hà Nội, Giuse Maria Trịnh Như Khuê, zum ersten Kardinal Vietnams. Die Ankündigung der Kreierung erfolgte noch "in pectore", da seine Ausreisegenehmigung zum Konsistorium nach Rom fraglich erschien, doch konnte der neue Kardinal seine Insignien dann öffentlich in Empfang nehmen. Im selben Jahr folgten dann letzte Sammelernennungen:  

Ernennung                                                                                                        Weihe                

22.02.1976        Giacôbê Huỳnh Vӑn Của, Koadjutor von Phú Cường (Sài Gòn)      Weihe am 22.02.

30.03.1976        Giuse Phan Văn Hòa, Koadjutor von Quy Nhơn (Huê)                   Weihe am 30.03.

14.04.1976        Giuse Phan Thế Hinh, Koadjutor von Hưng Hoá (Hà Nội)               Weihe am 14.11.

09.12.1976        Giuse Nguyễn Thiện Khuyến, Koadjutor v. Phát Diệm (Hà Nội)       Weihe am 24.04.

 

Während die beiden Ernennungen für die südlichen Sitze noch geheim erfolgten, konnten die beiden nördlichen Bischöfe bereits regulär bestellt werden. Der Koadjutor von Phú Cường legte 1982 sein Amt nieder; er verstarb im Exil in Frankreich.

Die letzte Aufenthaltserlaubnis: Giacôbê Huỳnh Vӑn Của, Koadjutor von Phú Cường, im Exil in Rocbaron

Giuse Lê Quỳ Thanh, Vietnams erster Geheimbischof

 

Ða Minh Ðinh Huy Quảng (links), mit seinem Konsekrator Phaolô Giuse Phạm Ðình Tụng

Der 1975 zum Weihbischof von Bắc Ninh ernannte Ða Minh Ðinh Huy Quảng wurde als einziger Bischof aus der Endphase des Krieges nie publiziert; er verstarb 1992. Bereits am 13. Februar 1964 war als erster Geheimbischof Vietnams Giuse Lê Quỳ Thanh ernannt worden, der Koadjutor des stark katholisch geprägten und insofern von der kommunistischen Regierung besonders beargwöhnten Phát Diệm in der Kirchenprovinz Hà Nội war und 1974 starb, ohne je publiziert worden zu sein.

 

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